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Arbeiten mit Herz und Geschichte – Warum Abgrenzung manchmal schwerfällt…

Menschen, die in besonders herausfordernden Arbeitsfeldern tätig sind, die eine hohe psychische Belastbarkeit erfordern, 
werden oft gefragt: 
Wie machst du das? Kannst du denn am Abend abschalten? Nimmst du die Klientinnen bzw. das, was du gehört und gesehen hast, nicht mit nach Hause?

In Supervisionssitzungen ist dies kein seltenes Thema: 
Wie kann ich das Schwere, die Not, den besonderen Klienten „auf der Arbeit lassen“? Wie gelingt es mir, mich angemessen zu distanzieren?

Dabei hilft die Entdeckung: Es sind nicht die Klientinnen und deren Nöte, die ich mitnehme, sondern im Kontakt mit ihnen werden meine eigenen Themen berührt. Nicht selten sind dies Erfahrungen, die ich als Kind mit frühen Bezugspersonen oder in der eigenen Herkunftsfamilie gemacht habe. Solche (frühen) Erfahrungen tragen wir in uns und sie begleiten uns überall hin.

 

Wir nehmen nicht unsere Klientinnen mit nach Hause – wir tragen unser Zuhause mit zu den Klienten.

 

Was regt sich in mir im Kontakt mit dem Klienten? 
Welche inneren Themen berührt die Klientin in mir? – Diese Fragen weisen auf die biografischen Spuren hin, die meine Seele erinnert.

Je stärker ich reagiere, je schwieriger mir die Distanzierung fällt, umso wichtiger scheint es, dass ich mich diesen lebensgeschichtlichen Erfahrungen noch einmal zuwende. Es gibt Verletzungen oder Narben, die (u.U. wiederholt) versorgt werden müssen. 

 

In diesem Sinne sind gerade die Klientinnen, die es einem „besonders schwer“ machen, echte Geschenke. Sie ermöglichen mir eine tiefere Berührung mit mir selbst. Sie laden mich ein, wahrzunehmen, hinzuschauen und hinzuhören.

Diese Weise zu verstehen, eröffnet mir einen wertschätzenden, empathischen und respektvollen Weg zu den mir anvertrauten Menschen. Begegnungen auf Augenhöhe. Menschlich und verbunden.

 

was bleibt
wirkt nach
klingt weiter

hinterlässt

 

spuren

zeichnung
prägung

 

innere bilder
kraftvolle worte
eine stimme

ermutigung
ermächtigung


vertrauen
verstehen
nähe

 

geschützt
gestützt
herausgefordert
ent-täuscht
er-löst

weggefährtin

im meinem herzen

 

es bleibt
was bleibt

 

und keimt 
und wächst
ins leben